Grußwort

Liebe Gemeinde,

dass wir Gott als Gott in drei Personen aussprechen und ansprechen ist Routine. Wir tun das bei jedem Kreuzzeichen. Vermutlich ist es uns in Fleisch und Blut übergegangen. Doch wenn wir anfangen, über dieses Geheimnis unseres Glaubens nachzudenken, ist das nicht so einfach. Mir wird das jedenfalls jedes Jahr bewusst, wenn wir den Dreifaltigkeitssonntag feiern, so wie wir es heute tun. Doch jedes Mal ist für mich die Brücke zum Verständnis, dass wir im Reden über den dreifaltigen Gott auf Erfahrungen und ein Nachdenken von Menschen vor uns stoßen. Sie haben Gott erfahren als den Vater, als den Schöpfer und den Befreier. Sie haben ihn erfahren als den Gott, der mit auf ihren Wegen war. Dann haben Menschen Jesus Christus erlebt. Und sie haben begriffen, dass er und der Vater ganz eng zusammengehörten. Aber auf Grund seines Menschseins ist es ihnen viel leichter gefallen, eine Beziehung zu ihrem Gott herzustellen und zu leben. Schließlich sehen wir die Jünger, die sich voller Angst nur noch hinter verschlossenen Türen aufhalten. Und plötzlich spüren sie den Geist Gottes, und der bringt sie in Bewegung und macht sie zu mutigen Zeugen der Frohen Botschaft. Gut, wenn wir den Gott unseres Glaubens als den Gott in drei Personen ansprechen, nicht aus Routine, sondern in dem wir hoffentlich unseren Zugang zu diesem Gott finden.

Herzlich grüße ich Sie,

Ihr Propst Reinhard Heine