Grußwort

Liebe Gemeinde, 

an Selbstbewusstsein hat es dem Apostel Paulus sicher nicht gemangelt. Er konnte Menschen für den Glauben an Jesus Christus begeistern. Er war ein erfolgreicher Missionar und Gründer von Gemeinden. Er wusste, was er wusste und konnte. Allerdings wusste er auch um seine Grenzen. In „seiner“ Gemeinde in Korinth aber stellt er Entwicklungen fest, die ihm nicht gefallen. Da sieht er Spaltungen, Gruppen und Grüppchen, die sich auf bestimmte Missionare und Lehrer berufen, Persönlichkeitskult. In unserer Lesung dieses Sonntags wirkt das für ihn, als würde Christus zerteilt. Und überhaupt steht nicht mehr Christus im Mittelpunkt, sondern irgendwelche Menschen, die sich zu wichtig nehmen, beziehungsweise zu wichtig genommen werden. Paulus stellt klar: „Christus hat mich nicht gesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden.“ Und das nicht mit Worten, die ihm zu Ruhm verhelfen, sondern das Kreuz Christi wirken lassen. Mich beeindruckt diese Lesung. Wir alle sind gerufen als Zeuginnen und Zeugen Christi. Christus traut uns das zu. Aber es geht um ihn, nicht um uns.

Herzlich grüße ich Sie, Ihr

Propst Reinhard Heine