Grußwort

Liebe Gemeinde,

vielleicht sind Sie schon verreist, oder Sie haben eine Reise vor sich. Ein wichtiger Programmpunkt vor Beginn der Reise ist natürlich das Kofferpacken. Schnell kommt eine Menge Gepäck zusammen: Kleidung für unterschiedliche Wetterlagen und Unternehmungen; die richtigen Schuhe; und so weiter. Wehe, man fliegt zum Urlaubsort. Dann darf es nicht zu viel Gepäck werden, und man muss auswählen. Leichter ist es, wenn der geräumige Kofferraum im Auto keine Beschränkung erforderlich macht. Ich bin sicher, Sie wissen, wovon ich hier schreibe. Und dann lassen Sie uns auf das Evangelium dieses 15. Sonntags im Jahr schauen. Da sendet Jesus seine Jünger aus. Sie sollen die Frohe Botschaft verkünden und Menschen Gutes tun. Was würden wir wohl heute alles zu brauchen meinen, würde Jesus uns auf so eine Mission schicken. Wären wir nicht gern auf alle Eventualitäten vorbereitet? Ganz anders die Jünger im Evangelium. Jesus schickt sie zu zweit los. Einzelkämpfer sollen sie also nicht sein. Doch viele Sachen sollen, nein dürfen, sie nicht mitnehmen. Einen Wanderstab schon. Ansonsten aber keinen Proviant, kein Geld, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Frei sollen sie sein. Offen sollen sie sein. Für Christus und für die Menschen, denen sie begegnen. Mutig und voller Gottvertrauen sollen sie sein und sich nicht gegen jedes Risiko absichern wollen. Heute schickt Jesus los, seine Zeugen zu sein. Dass wir es mit Gottvertrauen und Offenheit für die Menschen tun, wird uns gesagt. Und wenn Sie demnächst verreisen, überlegen Sie noch mal, ob Sie wirklich alles brauchen, bevor Sie den Koffer zumachen.  

Herzlich grüße ich Sie,

Ihr Propst Reinhard Heine