Grußwort

Liebe Gemeinde, 

immer mehr Menschen können sich bei den immer weiter steigenden Mieten auch in unserer Stadt kaum noch eine angemessene Wohnung leisten. Viele müssen Jobs annehmen, obwohl sie mit dem Geld, das sie dafür bekommen, ihre Familie nicht wirklich versorgen können. Ein Mann erschießt zwei Menschen aus Frust, weil er sein eigenes Ziel nicht erreicht hat, ein Massaker unter in einer Synagoge zum Gebet versammelten Juden anzurichten. Ein Präsident will seine Macht sichern und zettelt einen sinnlosen Krieg mit dem Nachbarland an. Hunderte Tote hat das inzwischen gegeben, Hunderttausend Menschen sind auf der Flucht. Es passiert so vieles in der Welt, dass, so denke ich, uns als Christinnen und Christen herausfordert, Stellung zu beziehen. Gott, so sagt uns die Heilige Schrift, will, dass die Menschen aller Völker in Frieden und in Gerechtigkeit leben sollen. Und kein Mensch hat das Recht, menschliches Leben zu zerstören. Vielleicht fragen wir uns dann aber, was wir denn schon ausrichten können, und wer auf uns hören würde. Solche Skepsis scheint der Verfasser unserer Lesung aus dem 2. Timotheusbrief zu kennen. Doch er ermutigt dazu, sich nicht beirren zu lassen: „Bleibe bei dem, wovon du dich überzeugt hast… Verkünde das Wort, ob man es hören will oder nicht.“ Ich wünsche uns den nötigen Mut dazu und grüße Sie herzlich, Ihr

Propst Reinhard Heine