Grußwort

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gäste in St. Aegidien,

„Nun ist sie da, die große Gnadenzeit“ – mit dieser wunderschönen Liedzeile begrüßen wir die Zeit nach dem Aschermittwoch bis zum Osterfest. „Fastenzeit“ oder „Österliche Bußzeit“ klingt nun nicht so gnadenvoll, denn die Themen Buße, Umkehr, Verzicht, Teilen, Fasten usw. lösen eher unliebsame Assoziationen aus. Zugleich ist diese vor uns liegende Zeit eine Zeit der Hinwendung zum Leben. Das Leben soll nicht klein gehalten, sondern in seiner Tiefe neu erlebt werden. Sich nach eigenen Fehlern zu entschuldigen, kann eine echte Befreiung bedeuten. Mal den gewohnten Konsum einzuschränken, kann spüren lassen, dass ich mit weniger zufrieden sein kann. Eine Zeit für das Gebet kann mich spüren lassen, in Gott einen wertvollen Partner wiederzuentdecken. Das bewusste Teilen meines Eigentums oder meiner Zeit kann Bereicherung sein. Ja, es ist eine Zeit, in der nach dem Aschermittwoch nicht „alles vorbei“ ist, sondern die vielmehr, die das Potenzial der Gnade in sich trägt. In diesem Sinne wünsche ich uns eine frohe, reiche Fastenzeit mit vielen tollen Neu-Entdeckungen.

Ihr Propst Martin Tenge