Grußwort

Liebe Gemeinde,

na, steht bei Ihnen noch der Tannenbaum, wenn Sie einen hatten? Oder die Krippe? Ich hoffe ja! Denn heute feiern wir noch einmal Weihnachten. Erst ab dem kommenden Montag bewegen wir uns dann auch wieder aus kirchlicher Sicht im Alltag. Es beginnen die Wochen im Jahreskreis. Am heutigen Weihnachtstag schauen wir nicht auf das Kind in der Krippe, sondern auf den erwachsen gewordenen Jesus und auf seine Taufe im Jordan. Jesus reiht sich ein in die Schar der Taufbewerber, so, als hätte er es nötig. Johannes der Täufer ist irritiert. Doch noch einmal wird dadurch deutlich: Gott wird Mensch. Das Menschsein zählt. Jeder Mensch ist wichtig. Aber bei diesem Ereignis geht es um mehr! Im Evangelium des Festes Taufe des Herrn, mit dem wir die weihnachtliche Zeit beschließen, bekennt Gott sich zu Jesus von Nazareth: „dies ist mein geliebter Sohn“. Gott sagt Ja zu Jesus von Nazareth. Und damit macht er uns klar. Wenn ihr etwas von mir wollt, ja, wenn ihr Gemeinschaft mit mir wollt, dann kommt ihr an Jesus nicht vorbei. Dann müsst ihr ihn nehmen, wie er ist. Dann darf er nicht nur das liebe Kind in der Krippe für euch sein, sondern auch der Herr, der euch einiges in seiner Nachfolge zumutet. Dass ihr euch an ihm ein Beispiel nehmt, zum Beispiel. Dass ihr lieben und vergeben sollt. Damit wird uns einiges mit auf den Weg gegeben, wenn nun der Weihnachtsschmuck verschwindet und die Weihnachtslieder verstummen und wir nach all dem Feiern den Alltag des Glaubens leben.

Herzlich grüße ich Sie, Ihr

Propst Reinhard Heine