Grußwort

Liebe Gemeinde,

ich hoffe, Sie alle haben Worte zu hören bekommen, die Ihnen gut getan haben. Worte, die nicht gut tun, gibt es auch reichlich zu hören. Manche sagen, die seien in letzter Zeit mehr geworden. Über die sozialen Medien würden heute Hasstiraden, Beschimpfungen und Verleumdungen verbreitet. Worte, die zu Gewalt aufrufen, die Menschen radikalisieren, aufhetzen. Und dann kommt jemand auf die perverse Idee, er müsse wahllos Menschen erschießen, und ist stolz, 50 Menschen getötet zu haben, wie gerade in Neuseeland geschehen. Nein, ich hoffe, Sie haben gute Worte zu hören bekommen, Worte, die Ihnen gesagt haben, dass jemand für Sie da ist, Sie gern mag; Worte, die Sie getröstet und ermutigt haben. Wenn ja, haben solche Worte Sie vielleicht auch zu Tränen gerührt. Wenn ja, gut so! In der Lesung dieses Sonntags aus dem Buch Nehemia hören Menschen die Schriften des Alten Testamentes. Einen Tag lang werden sie ihnen vorgelesen. Diese Menschen haben Schlimmes hinter sich. Sie sind gerade aus dem babylonischen Exil zurückgekommen. Eine schwere Zeit war das für sie gewesen, die sie mit ihrem Gott hatte hadern lassen. Nun hören sie die alten Schriften. Und es wird ihnen klar, dass Gott bei ihnen ist, und dass er ihnen eine gute Zukunft schenkt. „Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke!“ ruft ihnen der Priester Esra zu. Das rührt sie zu Tränen, und es motiviert sie, Jerusalem wieder aufzubauen. Ich wünsche uns, dass auch uns das Wort Gottes immer wieder ermutigt und tröstet und uns Gott näher bringt!

Herzlich grüße ich Sie, Ihr

 Ihr Propst Reinhard Heine