Grußwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kindern wurde und wird Gewalt angetan. Viele „billige“ Kleidungsstücke, die bei uns zu kaufen sind, werden durch Kinderarbeit in fernen Ländern hergestellt. Kinder wurden zu Soldaten gemacht. Kinder werden geschlagen und missbraucht in der Familie oder beim Sport. Und auch in der Kirche wurde Kindern sexuelle Gewalt angetan. Immer öfter kommt das in den letzten Jahren ans Licht, zuletzt durch ein dem Bischof von Hildesheim übergebenes Gutachten. Viele Priester haben sich schuldig gemacht. Bischöfe und Personalverantwortliche haben es vertuscht, waren um das Image der Kirche besorgt. Die Täter, so sagt das Hildesheimer Gutachten, wurden geschont; den Opfern wurde mit Gleichgültigkeit begegnet. Die katholische Kirche in Deutschland und in anderen Ländern hat viel von ihrer Glaubwürdigkeit verloren. Viel ist zu tun, zu ändern, aufzuarbeiten. Mit den Opfern muss so umgegangen werden, dass ihre Traumatisierung beendet wird. Unrecht muss aufgeklärt werden, und Ursachen müssen beseitigt werden. Dabei ist an Jesus Maß zu nehmen. Im Evangelium dieses Sonntags beklagt Jesus, dass es Menschen um Größe, Ansehen und Macht geht. Ein Kind stellt er in die Mitte. Wer ein Kind aufnimmt und wertschätzt, nimmt ihn auf. Heißt das nicht: wer einem Kind Gewalt antut, tut Christus Gewalt an? Seien Sie herzlich gegrüßt!

Ihr Propst Reinhard Heine