Grußwort

Liebe Gemeinde,

vielleicht haben Sie schon jemanden von einer gottverlassenen Gegend sprechen hören. Wenn eine Gegend so beschrieben wird, dann hat jemand einen Ort oder eine Landschaft vor Augen, die irgendwie trostlos wirkt, in der nichts los ist, in der keiner gern leben möchte. Ein ganz anderes Bild zeichnet an diesem Sonntag der Verfasser unserer Lesung aus dem Buch der Offenbarung des Johannes. In einer großartigen Vision beschreibt er das neue Jerusalem. In diesem neuen Jerusalem wohnt Gott mitten unter den Menschen. Er und sein Volk haben eine intensive Beziehung. Und Gott wischt die Tränen von jedem Auge ab. Den Tod gibt es nicht mehr, keinen Grund zur Klage. Ein schönes Bild, finde ich. Doch es will nicht eine ferne Zukunft beschreiben. Gerade haben wir Ostern gefeiert, und wir dürfen es immer noch tun. Gott ist in Christus lebendig unter uns. Wenn wir mit ihm in intensiver Beziehung sind, dann soll uns das heute für unser Leben Kraft geben. Und seine Auferstehung soll uns Mut machen, in der Hoffnung zu leben, dass das Leben stärker ist als der Tod. Ich wünsche uns allen viel Gottvertrauen und viel Kraft aus diesem Vertrauen. Und ich wünsche uns, dass wir erkennen, wessen Tränen wir abwischen könnten und sollten.

 Ihr Propst Reinhard Heine