Grußwort

Liebe Gemeinde,

wenn ich jüngere Menschen frage, was für sie wichtig ist, ob sie mal heiraten wollen, oder wie sie sich ihre berufliche Zukunft vorstellen, dann bekomme ich nicht selten zu hören, sie wollten einfach nur Spaß haben: Leute kennenlernen, reisen, Partys feiern. Wenn dann Eltern kommen, um ihr Kind zur Taufe anzumelden, dann kann man feststellen, wie schnell sich durch die Geburt des Kindes das Leben verändert hat. Nun verlangt ein Kind sein Recht; ganz neue Verpflichtungen sind da. Daran musste ich beim Lesen der Lesung dieses Sonntags aus dem Brief an die Römer denken. Da ist zu lesen: „keiner von uns lebt sich selber, und keiner von uns stirbt sich selber.“ Ja, das gehört zum Menschsein dazu, dass wir es nur im Miteinander mit anderen leben können, und dass das Verantwortung und Verpflichtungen mit sich bringt. Doch der Verfasser unserer Lesung sieht diese Verpflichtungen nicht in erster Linie auf Mitmenschen hin. „ Leben wir, so leben wir dem Herrn“ schreibt er. Christus ist für ihn der Herr über Lebende und Tote. Diese Einsicht sollte Auswirkungen auf unser Leben haben. Was möchte Christus von mir in meinem Umgang mit mir selbst und mit anderen Menschen? Was möchte er von mir, wenn ich meinen Job mache oder meine Freizeit gestalte? Ich denke, es ist gut, wenn wir solche Fragen immer wieder bedenken. Dann wird uns vermutlich auch die Verantwortung bewusster, die wir im Umgang mit anderen Menschen haben. Und hoffentlich werden wir dabei auch entdecken, wie schön das Leben sein kann, und welchen Spaß es machen kann.
Herzlich grüße ich Sie, Ihr 

Propst Reinhard Heine