Grußwort

Liebe Gemeinde,

ob die Gesellschaft verrohe, fragen nicht wenige Menschen. Und einiges scheint diese Frage nahezulegen: in den sozialen Medien toben Menschen ihre Hassgefühle aus mit Kommentaren zu anderen unterhalb der Gürtellinie. Feuerwehrleute und Sanitäter werden übel beschimpft, wenn sie auf der Autobahn nach einem Unfall Leben retten wollen und andere Autofahrer sich dadurch in ihrer freien Fahrt behindert fühlen. Schnell ist bei Auseinandersetzungen eine Waffe im Spiel. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob unsere Gesellschaft heute wirklich roher ist als früher. Millionen von Menschen sind vor 80 Jahren einem Führer gefolgt. Unsägliches Leiden ist von Deutschland in einem Weltkrieg und im Holocaust ausgegangen. Bezogen auf heute muss es einen dann bedenklich stimmen, wenn dieses Leiden heute von einer Partei wieder verleugnet oder verharmlos wird. Aggressionen waren und sind in uns Menschen da. Das weiß auch der Verfasser unserer Lesung aus dem Jakobusbrief. Er spricht von Eifersucht und übertriebenem Ehrgeiz, von Streitigkeiten und Krieg und von den Leidenschaften im Innern. Mit all dem Hass ist nichts Gutes zu erreichen, weiß der Verfasser unserer Lesung. „Ihr empfangt nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.“ Was kann helfen? Weisheit von oben! Sie sei friedlich, freundlich, gehorsam. Bitten wir um diese Weisheit! Beten wir um sie! Beten wir um den Frieden, den nur Gott schenken kann!  

Herzlich grüße ich Sie, Ihr

Propst Reinhard Heine