Grußwort

Liebe Gemeinde,

in Frankreich wurde ein neuer Präsident gewählt. Sie wissen es. Inzwischen war er ja auch schon zum Antrittsbesuch in Berlin. Vor seiner Wahl gab es ein sogenanntes TV Duell. Die beiden Kandidaten lieferten sich einen Schlagabtausch. Besonders einen Vorwurf machte der nun Gewählte seiner Gegenkandidatin, nämlich, dass sie auf Stimmenfang gehen würde, indem sie die Ängste der Menschen schüren würde. Nur Negatives habe sie anzubieten, keine Hoffnung, keine Zukunftsperspektive. Auch in unserem Land gibt es eine Partei, die in ähnlicher Weise Politik macht. Aber auch wir selbst sind vielleicht mitunter in einer Stimmungslage, die uns eher Negatives und Frustrierendes sehen lässt. Und natürlich gibt es ja auch Negatives und Frustrierendes. Die Welt, unsere Gesellschaft und unsere Kirche ändern sich, haben sich verändert. In vielem ist die Zukunft mit einem Fragezeichen versehen. In unserer Lesung aus dem 1. Petrusbrief finden wir an diesem Sonntag ein Wort, das uns dennoch zu etwas anderem ermutigen möchte: „seid bereit jedem, Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt!“ Ich mag dieses Wort. Es soll nicht Negatives ausblenden oder schönreden. Aber es soll uns ermutigen, mit Gottvertrauen nach vorn zu schauen und mitzuhelfen, dass die Welt besser wird.

Herzlich grüße ich Sie, Ihr

Propst Reinhard Heine