28. Januar
Thomas von Aquin, Manfred, Caroline

Tagesevangelium:
Mk 4,35–41 »

Dialogprozess

Bischof Trelle beschreibt in einem Brief an die Gemeinden das geplante Vorgehen bis 2015, auch "heiße Themen" sollen zur Sprache gebracht werden

Liebe Gemeinde,

wieder haben wir als zweite Lesung an diesem Sonntag einen Abschnitt aus dem 1. Korintherbrief, der wohl so manchen und manche zu Widerspruch herausfordert. „Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. Die unverheiratete Frau sorgt sich um die Sache des Herrn. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt.“ Das klingt danach, als würde Paulus die Ehe ablehnen, Verheiratete in der Kirche als Menschen zweiter Klasse betrachten und zölibatär lebende Frauen und Männer als die wahren Christen. Die Unverheirateten seien offen für den Herrn, die Verheirateten nicht. Ich bin sicher, wenn Paulus auf mich und meine Mitbrüder im priesterlichen Amt schauen könnte, würde er seinen Brief nicht mehr so schreiben, wie er es getan hat. Doch es gibt in unserer Lesung eine Botschaft, die auch heute durchaus wichtig ist: egal, ob wir verheiratet sind oder nicht, sind wir gefragt, offen zu sein für Christus. Und es geht um eine Unabhängigkeit und Freiheit im Hinblick auf die Welt. Diese Welt, in der wir leben, ist eine vorläufige Welt. Ihre Vollendung in Christus steht aus. Nichts in dieser Welt, auch das Schönste nicht, ist Gott. Das Schöne in dieser Welt dürfen wir durchaus genießen, doch wir sollten uns eine Sehnsucht nach dem bewahren, das nur Gott uns schenken kann.

Herzlich grüße ich Sie, Ihr

Propst Reinhard Heine